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Was kostet eine Photovoltaikanlage 2026?

Preise je kWp und je kWh Speicher, Einspeisevergütung, neue Regeln seit 2025 und eine nachvollziehbare Rechnung, wann sich eine Anlage bezahlt macht.

Von Wladislaw Neuberger, Geschäftsführer Neuberger Elektrotechnik Veröffentlicht Aktualisiert

Wer über eine Photovoltaikanlage nachdenkt, fragt zuerst nach dem Preis. Die Antwort hängt von der Anlagengröße, vom Dach und von der Ausstattung ab. Dieser Ratgeber fasst die aktuellen Marktpreise zusammen (Stand Oktober 2026), erklärt, was ein vollständiges Angebot enthalten sollte, und zeigt an einer nachvollziehbaren Rechnung, nach wie vielen Jahren sich eine Anlage bezahlt macht.

Preise je Kilowatt-Peak

Photovoltaikanlagen werden üblicherweise über den Preis je Kilowatt-Peak (kWp) verglichen, also je Kilowatt Nennleistung der Module. Belastbare Marktdaten liefert der Preisindex der Verbraucherzentrale NRW: 71 echte Angebote aus dem Zeitraum Januar 2025 bis August 2026, ohne Batteriespeicher und ohne Zusatzarbeiten wie eine Erneuerung der Hauselektrik.

Anlagengröße Mittlerer Preis je kWp (gerundet)
4 bis 6 kWp 2.090 Euro
über 6 bis 8 kWp 1.820 Euro
über 8 bis 9 kWp 1.520 Euro
über 9 bis 10 kWp 1.410 Euro
über 10 bis 12 kWp 1.290 Euro
über 12 bis 14 kWp 1.240 Euro
über 14 bis 16 kWp 1.220 Euro
über 16 kWp 1.010 Euro

Für typische Einfamilienhausanlagen zwischen 8 und 16 kWp ergibt sich eine Spanne von rund 1.200 bis 1.500 Euro je kWp. Eine Anlage mit 10 kWp kostet im Mittel also rund 14.000 Euro ohne Speicher. Einzelne Angebote liegen deutlich darüber oder darunter; die Verbraucherzentrale betont, dass die Tabelle vor allem die Abhängigkeit von der Anlagengröße zeigt und keinen Richtpreis für ein bestimmtes Dach ersetzt.

Kleine Anlagen sind je kWp teurer, weil Gerüst, Planung, Einspeisetechnik und Anmeldung fast gleich viel kosten, egal ob 5 oder 15 kWp auf das Dach kommen. Größere Anlagen sind deshalb meist wirtschaftlicher; die Grenze setzen Dachfläche und Budget.

Für Lieferung und Installation von Photovoltaikanlagen und Speichern auf oder in der Nähe von Wohngebäuden gilt seit 2023 ein Umsatzsteuersatz von 0 Prozent (§ 12 Abs. 3 UStG), bei Anlagen bis 30 kWp gelten die Voraussetzungen als erfüllt. Eine erste Einschätzung für Ihr Dach liefert unser Solarrechner.

Was im Anlagenpreis steckt

Nach Angaben des Fraunhofer ISE machen die Module nur noch etwa ein Fünftel der Investitionskosten aus. Der größere Teil entfällt auf Montage, Elektrik und Planung:

  • Module: Ihre Zahl ergibt sich aus Anlagenleistung und Modulleistung. Mit Modulen zu 450 Watt sind für knapp 10 kWp zum Beispiel 22 Module nötig.
  • Wechselrichter: Er wandelt den Gleichstrom der Module in Wechselstrom um. Soll ein Speicher dazukommen, wird häufig ein Hybridwechselrichter eingesetzt, an dem Module und Batterie gemeinsam hängen.
  • Montagesystem, Leitungen und Gerüst: abhängig von Dachdeckung und Leitungsweg ins Haus.
  • Zählerschrank und Anmeldung: Entspricht der vorhandene Zählerschrank nicht den heutigen Anforderungen, muss er umgebaut oder erneuert werden; die Verbraucherzentrale nennt das als möglichen größeren Kostenpunkt. Neue Anlagen ab 7 kWp brauchen seit dem 25. Februar 2025 außerdem ein intelligentes Messsystem und eine Steuerungseinrichtung, für die im Zählerschrank Platz sein muss.

Achten Sie beim Vergleich darauf, dass Gerüst, Zählerschrankarbeiten und Anmeldung enthalten sind, und leisten Sie keine Vorauszahlungen für noch nicht erbrachte Leistungen. Bei Neuberger Elektrotechnik gehören die Arbeiten am Zählerschrank und die Anmeldung beim Netzbetreiber zum Auftrag.

Batteriespeicher: Preise und Nutzen

Für Speicher, die zusammen mit einer Photovoltaikanlage installiert werden, hat die Verbraucherzentrale NRW 70 Angebote aus demselben Zeitraum ausgewertet:

Speicherkapazität Mittlerer Preis je kWh (gerundet)
4 bis 6 kWh 510 Euro
über 6 bis 8 kWh 480 Euro
über 8 bis 10 kWh 410 Euro
über 10 bis 12 kWh 390 Euro
über 12 bis 16 kWh 360 Euro

Die mittleren Preise liegen damit bei rund 360 bis 510 Euro je Kilowattstunde Speicherkapazität (Stand Oktober 2026), ein Speicher mit 10 kWh kostet im Mittel rund 4.100 Euro. Größere Speicher sind je kWh günstiger, weil die Steuereinheit immer gebraucht wird und zusätzliche Batteriemodule vergleichsweise wenig kosten.

Beim Nutzen werden zwei Kennzahlen oft verwechselt:

  • Autarkiegrad: Anteil Ihres Jahresstromverbrauchs, den die Anlage deckt. Laut Verbraucherzentrale sind mit einer typischen Anlage rund 30 Prozent möglich, mit Batteriespeicher rund 70 Prozent.
  • Eigenverbrauchsanteil: Anteil des erzeugten Solarstroms, den Sie selbst nutzen. Ein Vier-Personen-Haushalt mit 5 kWp erreicht ohne Speicher etwa 20 bis 30 Prozent, mit Speicher etwa 50 bis 60 Prozent.

Was den Preis beeinflusst

  • Dachform und Ausrichtung: Ein einfaches Satteldach ohne Verschattung ist am günstigsten zu belegen, Walmdächer und viele Gauben erhöhen den Aufwand. Den höchsten Ertrag bringt eine Südausrichtung mit etwa 30 Grad Neigung. Für Essen (Oldenburg) berechnet das EU-Werkzeug PVGIS bei Südausrichtung rund 1.000 kWh je kWp und Jahr, bei Ost- oder Westausrichtung rund 800 kWh. Ost-West-Anlagen verteilen die Erzeugung dafür besser über den Tag.
  • Dacheindeckung: Ziegeldächer sind der Regelfall. Blech-, Flach- und Gründächer brauchen andere Befestigungen, Indach-Lösungen sind aufwendiger. Voraussetzung ist eine tragfähige, asbestfreie Dachdeckung.
  • Zusatzarbeiten: Zählerschrank, Wallbox oder Energiemanagementsystem sind in den Tabellenpreisen nicht enthalten.

Was die Anlage einbringt

Der wirtschaftliche Kern ist der Unterschied zwischen zwei Preisen. Solarstrom aus kleinen Dachanlagen kostet über die Lebensdauer gerechnet etwa 6 bis 14 Cent je kWh (Fraunhofer ISE). Haushalte zahlen für Netzstrom 2026 im Mittel 37,0 Cent je kWh (BDEW, Musterhaushalt mit 3.500 kWh, Grundpreis anteilig enthalten). Für eingespeisten Strom gibt es dagegen nur die Einspeisevergütung. Jede selbst genutzte Kilowattstunde bringt deshalb deutlich mehr als eine eingespeiste.

Einspeisevergütung bei Inbetriebnahme bis 31. Dezember 2026

Für Anlagen auf Gebäuden, die zwischen dem 1. August und dem 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen, gelten laut Bundesnetzagentur diese Sätze, jeweils für 20 Jahre:

  • Teileinspeisung (Eigenverbrauch mit Überschusseinspeisung): 7,70 Cent je kWh für den Anlagenteil bis 10 kWp, 6,66 Cent je kWh für den Anlagenteil über 10 bis 40 kWp. Eine 15-kWp-Anlage erhält damit im Durchschnitt 7,35 Cent je kWh.
  • Volleinspeisung: 12,22 Cent je kWh bis 10 kWp, 10,24 Cent je kWh für den Anlagenteil über 10 bis 40 kWp. Sie muss dem Netzbetreiber vor der Inbetriebnahme gemeldet werden. Für Wohnhäuser rechnet sich in den meisten Fällen die Teileinspeisung besser.

Neue Regeln seit 2025

Für Anlagen, die seit dem 25. Februar 2025 in Betrieb gehen, gilt das sogenannte Solarspitzengesetz:

  • Keine Vergütung bei negativen Börsenstrompreisen (§ 51 EEG). Bei Anlagen unter 100 kW greift das ab dem Jahr nach dem Einbau eines intelligenten Messsystems. Die ausgefallenen Zeiten werden an den Vergütungszeitraum angehängt (§ 51a EEG).
  • Begrenzung auf 60 Prozent: Solange kein intelligentes Messsystem mit Steuerbox eingebaut und vom Netzbetreiber geprüft ist, darf die Anlage höchstens 60 Prozent ihrer Leistung ins Netz einspeisen. Strom, der im Haus verbraucht oder in den Speicher geladen wird, ist davon nicht betroffen.
  • Gespeicherter Strom: Wird Solarstrom zunächst in einer Batterie gespeichert und später eingespeist, wird er ebenfalls vergütet.

Was ab 2027 gilt, ist noch offen

Für Anlagen, die ab dem 1. Januar 2027 in Betrieb gehen, ist ein neues EEG geplant. Nach Darstellung der Verbraucherzentrale soll die feste Vergütung über 20 Jahre entfallen: Es soll nur noch für höchstens drei Jahre eine geringere Vergütung geben, danach soll der Strom über Direktvermarkter verkauft werden, unterstützt durch einen Zuschuss in den ersten vier Jahren. Stand Oktober 2026 berät der Bundestag den Entwurf, beschlossen ist er noch nicht. Für Anlagen, die bis zum 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen, gelten die bisherigen Regeln mit 20 Jahren fester Vergütung weiter.

Steuern

Einnahmen aus Photovoltaikanlagen auf, an oder in Gebäuden sind bis 30 kWp je Wohn- oder Gewerbeeinheit und höchstens 100 kWp je Steuerpflichtigem von der Einkommensteuer befreit (§ 3 Nr. 72 EStG). Auf die Einspeisevergütung wird keine Umsatzsteuer aufgeschlagen.

Beispielrechnung: Wann macht sich die Anlage bezahlt?

Die Rechnung ist bewusst einfach gehalten, damit Sie jeden Schritt nachvollziehen können. Annahmen:

  • 10 kWp, Südausrichtung, Preis 14.100 Euro (1.410 Euro je kWp, Mittelwert Verbraucherzentrale)
  • Ertrag 10.000 kWh im Jahr (rund 1.000 kWh je kWp laut PVGIS für Essen (Oldenburg))
  • Stromverbrauch des Haushalts 3.500 kWh im Jahr, Autarkiegrad 30 Prozent ohne und 70 Prozent mit Speicher (Verbraucherzentrale)
  • Strompreis 37,0 Cent je kWh (BDEW), Einspeisevergütung 7,70 Cent je kWh
  • Laufende Kosten von 1 Prozent des Anlagenpreises im Jahr, wie in den Berechnungen des Fraunhofer ISE

Ohne Speicher: 1.050 kWh Eigenverbrauch sparen rund 390 Euro, 8.950 kWh Einspeisung bringen rund 690 Euro. Nach Abzug von rund 140 Euro laufenden Kosten bleiben rund 940 Euro im Jahr. Die Anlage hat sich nach gut 15 Jahren bezahlt gemacht.

Mit 10-kWh-Speicher (zusätzlich rund 4.100 Euro, gesamt 18.200 Euro): 2.450 kWh Eigenverbrauch sparen rund 910 Euro, 7.550 kWh Einspeisung bringen rund 580 Euro. Nach Abzug von rund 180 Euro bleiben rund 1.310 Euro im Jahr. Die Anlage hat sich nach knapp 14 Jahren bezahlt gemacht.

Nicht berücksichtigt sind Zinsen, künftige Strompreisänderungen, Speicherverluste, die Alterung der Module und mögliche Reparaturen, etwa am Wechselrichter. Weil der BDEW-Durchschnittspreis den Grundpreis anteilig enthält, ist die tatsächliche Ersparnis je Kilowattstunde etwas geringer. Steigende Strompreise verkürzen die Zeit, ein geringerer Eigenverbrauch verlängert sie. Deutlich kürzer wird sie, wenn mehr Strom im Haus verbraucht wird, etwa durch ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe; mehr dazu im Ratgeber Wärmepumpe und Photovoltaik kombinieren.

Zur Lebensdauer: Hersteller garantieren für Module meist einen Leistungsverlust von höchstens 10 bis 15 Prozent über 25 bis 30 Jahre. In einer Untersuchung des Fraunhofer ISE an 44 Aufdachanlagen alterten die Module im Schnitt um etwa 0,15 Prozent im Jahr. Nach der Amortisation bleiben damit in der Regel noch viele Betriebsjahre.

Fazit

Die genannten Preise sind Durchschnittswerte aus echten Angeboten (Stand Oktober 2026) und ersetzen keine Planung: Dachfläche, Ausrichtung, Zählerschrank und Ihr Stromverbrauch entscheiden, welche Anlage sinnvoll ist. Eine erste Orientierung gibt der Solarrechner.

Neuberger Elektrotechnik plant und installiert Photovoltaikanlagen mit Speicher in Essen (Oldenburg) und Umgebung, passt den Zählerschrank an und übernimmt die Anmeldung beim Netzbetreiber. Ein Angebot für Ihr Dach können Sie über die Kontaktseite anfragen.

Quellen

  1. Verbraucherzentrale: Was kostet eine Photovoltaikanlage? (Stand 28.08.2026)
  2. Verbraucherzentrale: EEG 2023/24: Was heute für Photovoltaik-Anlagen gilt (Stand 01.08.2026)
  3. Verbraucherzentrale: Photovoltaik: Was bei der Planung einer Solaranlage wichtig ist (Stand 26.08.2026)
  4. Bundesnetzagentur: EEG-Förderung und Fördersätze für Solaranlagen
  5. Fraunhofer ISE: Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland (Fassung vom 20.08.2026)
  6. BDEW: Strompreisanalyse (August 2026)
  7. Europäische Kommission, Gemeinsame Forschungsstelle: PVGIS (Ertragsberechnung für Photovoltaik)

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